Zum Inhalt springen
Rasenhelden Fußballschule Wiesbaden Rasenhelden Fußballschule Wiesbaden
🧠 Taktik & Positionen

Fußball-Positionen erklärt — Nummern und Aufgaben

Vom Sechser bis zum Zehner — wer macht was?

„Papa, was ist eigentlich ein Sechser?" – Diese Frage höre ich auf dem Trainingsplatz fast jede Woche. Fußball-Positionen und ihre Nummern wirken auf Einsteiger wie ein Geheimcode. Dabei steckt dahinter ein klares System, das jedes Kind verstehen kann – und das den Spaß am Spiel enorm steigert, wenn man es einmal begriffen hat. In diesem Artikel erkläre ich dir als Trainer, welche Positionen es gibt, welche Nummern dazugehören und was die Aufgaben auf dem Platz sind.

Warum Positionsnummern im Fußball wichtig sind

Früher war die Trikotnummer fest mit einer Position verbunden: Die 1 stand für den Torwart, die 9 für den Mittelstürmer. Heute tragen Spieler oft beliebige Nummern, aber die klassischen Positionsbezeichnungen haben sich gehalten – besonders im Jugendbereich. Wer versteht, was ein „Sechser" oder ein „Zehner" bedeutet, kommuniziert auf dem Platz schneller, versteht Traineranweisungen besser und entwickelt ein taktisches Grundgefühl, das langfristig den Unterschied macht.

Die Grundstruktur: Abwehr, Mittelfeld, Angriff

Jede Mannschaft ist in drei Zonen aufgeteilt. Diese Grundstruktur gilt unabhängig vom System (4-3-3, 4-4-2 oder 3-5-2):

  • Abwehr (Defensive): Torwart und Verteidiger – sie verhindern Gegentore.
  • Mittelfeld (Zentrale): Das Herzstück – sie verbinden Abwehr und Angriff.
  • Angriff (Offensive): Stürmer – sie erzielen Tore.

Position für Position erklärt – von der 1 bis zur 11

Torwart (Nr. 1)

Der Torwart ist der einzige Spieler, der den Ball mit den Händen berühren darf – aber nur im eigenen Strafraum. Seine Hauptaufgaben: Schüsse parieren, die Abwehr organisieren und den ersten Pass ins Aufbauspiel einleiten. Wichtige Eigenschaft: mentale Stärke, denn Fehler des Torwarts führen oft direkt zum Gegentor.

Innenverteidiger (Nr. 4 und 5)

Die Innenverteidiger stehen zentral vor dem Tor. Sie klären Flanken, gewinnen Zweikämpfe und bauen das Spiel von hinten auf. Ein guter Innenverteidiger muss kopfballstark, zweikampfhärter und positionssicher sein. Im modernen Fußball wird zunehmend erwartet, dass er auch mit dem Ball am Fuß sicher ist.

Außenverteidiger (Nr. 2 und 3)

Die Außenverteidiger spielen links und rechts in der Abwehrkette. Sie sichern die Flanken, unterstützen aber auch den Angriff durch Läufe nach vorne. Der Begriff „Wingback" beschreibt eine noch offensivere Variante dieser Position. Für Kinder mit viel Energie und Laufbereitschaft ist diese Position ideal.

Defensives Mittelfeld – der „Sechser" (Nr. 6)

Der Sechser ist der Abräumer vor der Abwehr. Er unterbricht gegnerische Angriffe, gewinnt Bälle zurück und verteilt sie einfach und sicher. Typische Eigenschaften: gute Übersicht, Zweikampfstärke, Passsicherheit. Bekannte Sechser: Sergio Busquets oder Joshua Kimmich (in seiner defensiven Rolle).

Zentrales Mittelfeld (Nr. 8)

Der Achter ist der Allrounder: Er läuft viel, unterstützt sowohl die Defensive als auch die Offensive und ist oft an Standardsituationen beteiligt. Kinder, die überall auf dem Platz helfen wollen und eine gute Kondition haben, sind auf der Acht gut aufgehoben.

Offensives Mittelfeld – der „Zehner" (Nr. 10)

Die Zehn ist die kreativste und prestigeträchtigste Position im Mittelfeld. Der Zehner spielt zwischen den Linien, hat oft den letzten Pass vor dem Tor und braucht exzellente Technik, Kreativität und Spielintelligenz. Klassische Zehner: Mesut Özil, Kaká oder Jamal Musiala. Diese Position ist für technisch starke Kinder mit gutem Spielverständnis ideal.

Außenstürmer / Flügelstürmer (Nr. 7 und 11)

Die Sieben und die Elf spielen auf den Außenbahnen im Angriff. Sie dribbeln an Gegenspielern vorbei, flanken oder schneiden nach innen zum Torabschluss. Schnelligkeit und Dribbling sind hier die wichtigsten Qualitäten – kein Wunder, dass Cristiano Ronaldo als Sieben begann.

Mittelstürmer (Nr. 9)

Der Neuner ist der klassische Torjäger. Er steht im Strafraum, verarbeitet Flanken und Pässe, und bringt den Ball ins Netz. Ein guter Stürmer braucht Abschluss-Stärke, Stellungsspiel und Nervenstärke – denn er muss auch nach mehreren vergebenen Chancen weitermachen.

Welche Position passt zu meinem Kind?

Als Trainer beobachte ich bei Kindern zwischen 6 und 14 Jahren immer wieder, dass die „richtige" Position nicht von Anfang an feststeht – und das ist gut so! Im Jugendbereich empfehle ich, alle Positionen auszuprobieren. Trotzdem gibt es grobe Orientierungspunkte:

  • Viel Energie, liebt Laufen: Außenverteidiger oder Achter
  • Technisch stark, kreativ: Zehner oder Flügelstürmer
  • Zweikampfstark, führt gerne: Innenverteidiger oder Sechser
  • Torhungrig, cool im Abschluss: Neuner
  • Ruhig, konzentriert, mutig: Torwart

Übung: Positionsbewusstsein trainieren

Eine einfache Übung für zuhause oder im Training, um Positionen zu verinnerlichen:

  1. Zeichne ein Fußballfeld auf Papier oder markiere es mit Hütchen.
  2. Stelle kleine Figuren oder Hütchen auf die verschiedenen Positionen.
  3. Erkläre deinem Kind: „Wenn der Ball hier ist, wo steht der Sechser? Wo läuft der Außenstürmer hin?"
  4. Schau gemeinsam ein Bundesliga-Spiel und versuche, die Positionen live zu identifizieren.
  5. Auf dem Platz: Trainer ruft eine Positionsnummer – das Kind bewegt sich zur richtigen Zone.

Häufige Fehler beim Positionsverständnis im Jugendbereich

  • Ballverfolgung statt Positionsspiel: Alle Kinder laufen dem Ball hinterher – niemand hält seine Position. Lösung: Zonen klar abgrenzen.
  • Zu frühe Spezialisierung: Kinder werden zu früh auf eine einzige Position festgelegt und entwickeln sich einseitig.
  • Fehlende Kommunikation: Positionen helfen nur, wenn die Spieler miteinander reden. „Ich bin frei!", „Dein Ball!" – das muss geübt werden.

Wenn du möchtest, dass dein Kind Positionen und taktische Grundlagen in kleiner Gruppe oder im Einzeltraining gezielt erlernt, wirf gerne einen Blick auf das Trainingsangebot der Rasenhelden Fußballschule Wiesbaden – ein Probetraining zeigt schnell, wo die Stärken deines Kindes liegen.

Häufige Fragen

Was bedeutet Sechser, Achter und Zehner im Fußball? +
Diese Begriffe bezeichnen Positionen im Mittelfeld und leiten sich von klassischen Trikotnummern ab. Der Sechser ist der defensive Mittelfeldspieler vor der Abwehr, der Achter der zentrale Allrounder und der Zehner der kreative Spielmacher hinter den Stürmern.
Welche Fußball-Position ist für Kinder am besten geeignet? +
Im Jugendbereich sollten Kinder möglichst alle Positionen ausprobieren, um ein vielseitiges Spielverständnis zu entwickeln. Als grobe Orientierung gilt: Schnelle, dribbelstarke Kinder eignen sich gut für den Flügel, zweikampfstarke Kinder für die Abwehr und kreative Kinder für die Zehn.
Ab welchem Alter lernen Kinder Positionen im Fußball? +
Grundlegende Positionsbegriffe können Kinder ab etwa 8–9 Jahren (F- und E-Jugend) verstehen. Vorher steht das freie Spielen und die Ballgewöhnung im Vordergrund. Ein erstes taktisches Bewusstsein entwickelt sich meist ab der D-Jugend (10–12 Jahre).
Was macht ein Torwart im Fußball? +
Der Torwart ist der letzte Mann vor dem eigenen Tor und der einzige Feldspieler, der den Ball im Strafraum mit den Händen berühren darf. Er pariert Schüsse, organisiert die Abwehr und leitet das Aufbauspiel mit dem ersten Pass ein.
Was ist der Unterschied zwischen Stürmer und Mittelstürmer? +
„Stürmer" ist der Oberbegriff für alle Angriffsspieler, also auch Flügelstürmer. Der Mittelstürmer (Neuner) spielt dagegen zentral im Strafraum und ist in erster Linie für den Torabschluss zuständig – er ist der klassische Torjäger der Mannschaft.

Weitere Artikel aus „Taktik & Positionen"

Bereit, das in der Praxis zu üben?

Buche dein Training — wir zeigen die Übungen live auf dem Platz.

Training buchen →